Blasenschwäche ist ein Thema, über das man nicht gerne spricht. Dabei geht es so viele Menschen an - in Deutschland mindestens acht Millionen.
Menschen mit Blasenschwäche leiden an häufigem und heftigem Harndrang, müssen stets nach einer Toilette Ausschau halten und nachts immer wieder aufstehen. Darüber hinaus kann die Kontrolle über die Blasenfunktion verloren gehen, sodass es zu ungewolltem Harnverlust kommt, der Harninkontinenz. Für die Betroffenen hat das oftmals weit reichende Konsequenzen.
„Längere Fahrten mit der S-Bahn sind mir ein Gräuel“, sagt die 52-jährige Gabriele S. aus München. „Die Waggons haben keine Toiletten. Wenn ich dann plötzlich dringend muss, bleibt mir nur auszusteigen und auf irgendeinem Bahnhof eine zu suchen. Da bleib ich manchmal lieber gleich zuhause.“ Andere Patienten meiden Theaterbesuche oder sportliche Aktivitäten und scheuen selbst den Umgang mit nahen Bekannten, weil sie ihr Problem verschweigen und fürchten, sich einzunässen. „Die Lebensqualität leidet schon sehr“, fasst Gabriele S. die Situation für alle Betroffenen zusammen.
Zum Glück sind Blasenschwäche und Harninkontinenz kein unbehandelbares Schicksal, „das man eben akzeptieren muss“, wie Gabriele S. lange Zeit dachte. Neben Blasentraining und Gymnastik gibt es heute auch wirksame und gut verträgliche Medikamente, die die Symptome beseitigen, zumindest aber lindern können. Blasenschwäche und Inkontinenz sind daher kein Grund den Mut zu verlieren und sein Leben einzuschränken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt – je früher, desto besser!
Blasenschwäche und Harninkontinenz können in mehreren Erscheinungsformen auftreten und viele Ursachen haben. Welche auf Sie zutrifft, lesen Sie hier.
„Blasenschwäche und Harninkontinenz können prinzipiell in jedem Alter auftreten, allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, mit den Jahren deutlich an. Zum Glück können wir den meisten Patienten helfen, sodass sie wieder ein normales, unbeschwertes Leben führen können.“
Dr. Elke Heßdörfer, Berlin