04.03.2010 - Wer unter Blasenschwäche leidet, sollte dennoch ausreichend trinken - andernfalls wird der Harndrang noch verstärkt. Außerdem belastet ein Flüssigkeitsmangel die Nieren und erhöht das Risiko für Harnwegsinfekte, Blasen- und Nierensteine. Vor allem ältere Menschen, deren Durstgefühl nicht mehr so ausgeprägt ist, sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Übertreiben sollten sie es aber nicht, da dies die Blase überfordern könnte.
Was auf den ersten Blick einleuchtend erscheint, ist bei Blasenschwäche genau die falsche Strategie: weniger zu trinken. Denn dies führt dazu, dass die Nieren für ihre Filtrationsarbeit zu wenig Flüssigkeit zur Verfügung haben und in der Folge einen hoch konzentrierten Urin produzieren. Dieser reizt die empfindliche Blase und verstärkt so den Harndrang, zudem können sich Nieren- oder Blasensteine entwickeln. Auch das Risiko für Harnwegsinfektionen steigt, wenn Nieren und Blase nicht ausreichend gespült werden. Gerade ältere Frauen sollten sich dessen bewusst sein, denn sie sind hier aufgrund hormoneller Veränderungen besonders gefährdet.
Wie viel, wann und was trinken?
Als Faustregel gilt: Je nach körperlicher Konstitution, Gesundheitszustand und Alter sind ungefähr 2 bis 3 Liter Flüssigkeit am Tag ideal. „Für alte Menschen ist diese Trinkmenge aber unter Umständen zu groß“, erläutert Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Seniorenliga. „Die Blasenwand verändert sich im Alter und kann mit zu großen Flüssigkeitsmengen schlicht überfordert sein. Für die meisten älteren Menschen sind 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag ausreichend. Ich empfehle allerdings allen Betroffenen, dies mit dem Arzt zu besprechen.“
Wichtig ist es außerdem, die Flüssigkeitsaufnahme geschickt über den Tag zu verteilen. „Es ist nicht sinnvoll, tagsüber aus Angst vor unliebsamen Episoden kaum zu trinken und kurz vor dem Schlafengehen das Versäumte nachzuholen“, rät Hackler. „So kann es zu häufigen nächtlichen Störungen durch einen starken Harndrang kommen – an einen erholsamen Schlaf ist dann nicht zu denken.“ Wer Schwierigkeiten hat, tagsüber regelmäßig zu trinken, sollte sich schon morgens die Portion bereitstellen, die er im Laufe des Tages zu sich nehmen möchte. Ideal sind Wasser sowie Kräuter- oder Früchtetees. Bei schwarzem Tee, Kaffee und Bier ist hingegen Zurückhaltung geboten, weil diese Getränke den Harndrang verstärken.
Neben dem richtigen Trinkverhalten können praktische Maßnahmen die Symptome der Blasenschwäche lindern, wie beispielsweise eine veränderte Toilettenroutine. Darüber hinaus gibt es physikalische Methoden, Entspannungsübungen und Medikamente, die bei einigen Formen der Blasenschwäche eine deutliche Verbesserung der Beschwerden erzielen. Nähere Informationen hierzu erteilt die Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal“, herausgegeben von der Deutschen Seniorenliga. Die kostenlose Broschüre soll Betroffene ermutigen, ihre Blasenschwäche nicht hinzunehmen, sondern mit ärztlicher Hilfe aktiv anzugehen.
Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga (DSL) e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.dsl-blasenschwaeche.de.
Quelle
Deutsche Seniorenliga e.V.
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